"Stoffwechsel-Tipps" | Kurseinheit 01

Den Stoffwechsel verstehen und beeinflussen

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Warum Stress der größte Stoffwechselkiller ist

Mitochondrien die Kraftwerke in Deinen Zellen

In Deinem 1. Video hast Du bereits erkannt, dass der Stoffwechsel nicht nur etwas mit dem Körpergewicht zu tun hat. Unter “Stoffwechsel” versteht man vielmehr alle biochemische Umwandlungsprozesse und somit die Grundlage aller lebenswichtiger Vorgänge im Körper.

Für einen reibungslosen Ablauf dieser Vorgänge benötigt Dein Körper reichlich Energie. Diese Energie wird in Deinen Zellkraftwerken – den sogenannten Mitochondrien – aus Nährstoffen und Sauerstoff hergestellt.

Energiegeladen oder ausgebrannt?

Im Laufe Deines Lebens können Deine Mitochondrien durch diverse Störfaktoren wie anhaltendem Stress, bestimmten Medikamenten oder dem ständigen Verzehr von Fertiggerichten negativ beeinflusst werden. Sie produzieren dann nicht mehr ausreichend Energie für all die vielfältigen Stoffwechselvorgänge.

Doch gerade in stressigen oder gesundheitlich herausfordernden Zeiten würde Dein Körper sogar mehr Energie benötigen als sonst – hier ein Beispiel:

Ein gesunder Mensch mit 70 kg Körpergewicht produziert täglich etwa 70 kg Energie in Form von ATP. Wäre diese Person dauerhaft gestresst, würde sie etwa 90 kg ATP benötigen, produziert aber irgendwann nur noch ca. 40 kg ATP. Grund hierfür ist die beeinträchtigte Mitochondrien-Funktion durch einen langfristig erhöhten Stresslevel.

Leistungsstarke Mitochondrien

Das A und O für einen effektiven Stoffwechsel sind also leistungsstarke Mitochondrien in unseren Zellen und die damit verbundene ausreichende Produktion von Energie.

In den nächsten Tagen möchte ich Dir deshalb Tipps und Tricks für effiziente Mitochondrien geben – ich möchte Dir zeigen, was du eigenverantwortlich tun kannst, um durch einen cleveren Lebensstil Dein Stoffwechselpotenzial zu optimieren.

Natürlich beeinflussen beispielsweise Deine täglichen Speisen und Dein Bewegungsverhalten Deine Stoffwechselvorgänge. Doch es gibt noch eine andere wichtige Aktivität, die Du weitaus öfter machst, als zu essen, zu trinken oder Dich zu bewegen.

Es ist etwas, das Du bereits etwa 20.000 Mal am Tag machst ohne Dir vielleicht bewusst darüber zu sein.

Es geht um Deine Atmung!

Stoffwechsel Tipp Nr. 1

Wusstest Du, dass Deine Atmung unmittelbar mit Deinem vegetativen Nervensystem verbunden ist?

Das heißt, durch Deine Atmung kannst Du Deinen Herzschlag beeinflussen, die Produktion oder den Abbau von Stress-Hormonen und viele weitere Körperreaktionen, die Dich bei Stress in Alarmbereitschaft und bei Entspannung in den Regenerationsmodus versetzen.

Und nur im Regenerationsmodus kann Dein Körper effektiv Energiereserven aufbauen, so dass langfristig ein aktiver Stoffwechsel gewährleistet werden kann.

Kurze Stressphasen schaden Deinem Stoffwechsel grundsätzlich nicht. Sie sind eher wie eine kleine Trainingseinheit. Heutzutage leiden die meisten Menschen jedoch unter chronischem Stress – ausgelöst durch Arbeit, Familie, Schmerzen oder negative Emotionen.

Eine clevere Atmung hilft beim Umgang mit solch chronischem Stress.

In die Praxis – “4/6 ATMUNG” – so atmest Du richtig:
  • Atme gleich jetzt, noch während Du dies liest, einmal tief ein.

  • Fülle erst Deinen Bauch mit frischer Luft und nutze dann auch die große Kapazität Deiner Lunge.

  • Merkst Du wie sich erst Bauch, Taille und Brustkorb weiten und sich dann Deine Schultern sanft heben?

  • Jetzt lasse die Luft wieder herausströmen.

  • Lasse Dir beim Ausatmen bewusst Zeit – am besten etwa doppelt so lang wie beim Einatmen. Zähle einfach mit und gönne Dir nach 4 sec zum Einatmen, etwa 6-8 sec Zeit zum Ausatmen. Wenn Du möchtest und es sich gut für Dich anfühlt, kannst Du sogar am Ende Deines Atemzuges 1-2 sec Pause machen – bis Dein Körper wie von alleine nach dem nächsten Atemzug verlangt.

  • Stempel_PraxistippWiederhole diese bewusste, tiefe Atmung nun für weitere 5 Atemzüge und konzentriere Dich dabei voll und ganz auf Deinen Körper, die Temperatur der Atemluft und das Geräusch, das Du beim Ein- und Ausatmen erzeugst.

Du kennst nun die schnellste und „zeitneutralste“ Entspannungstechnik der Welt…
Und somit den einfachsten Stoffwechsel-Trick überhaupt!

Wenn Du möchtest, kannst Du Dir während Deiner Atemübung das Video ansehen.

Natürlich ist es langfristig sinnvoll, Deinen Stresslevel insgesamt zu reduzieren. Doch im 1. Schritt kannst Du schon ganz viel bewirken, wenn Du anders auf stressige Situationen reagierst: nämlich mit einem ausgleichenden, tiefen Atemzug.

Ich bin gespannt, wie viele revitalisierende Atemzüge Du Dir ab heute jeden Tag gönnst – beim Hände waschen, beim Schuhe anziehen, beim Kaffee oder Tee eingießen, immer beim 1. Klingeln Deines Telefons, auf dem Weg zu einem Termin, an der roten Ampel, beim Wäsche aufhängen oder Kochen …

Es gibt so viele Möglichkeiten, sich bewusst dem nächsten Atemzug zu widmen, um die tagtägliche Stress-Spirale einfach mal kurz zu stoppen.

Genieße immer wieder diesen Frischekick für Körper und Geist und erlebe selbst, welchen Effekt schon solch ein kurzer, aber regelmäßiger Entspannungs-
moment auf Dein Wohlbefinden hat.

Viele Grüße und bis zum nächsten Mal,

Deine Karima Stockmann

[Klick auf das Bild um das Video zu starten]